Menschen, Kultur und Nachbarschaft rund um
den Floridsdorfer Markt

Menschen im Portrait

Café mit Persönlichkeit

Herr Kaiser ist ein lebendes Geschichtsbuch über das Schlingermarktviertel. Seit 1986 führt er mit seiner Frau das kleine Gassenlokal „Auf a Tratscherl“ im Conrad Lötsch Hof gegenüber des Schlingermarktes. „Aber das Viertel kenn´ ich schon viel länger!“. Fragt man ihn, schildert er detailreich, wie sich der Markt über die Jahrzehnte gewandelt hat, wie hier Maibäume aufgestellt, Konzerte abgehalten und auf offener Straße gegrillt wurde.

Quasi über Nacht übernahm er vor über 30 Jahren das damals eher verruchte Lokal. „Ich habe von einem Bekannten erfahren, dass das Café zu haben ist – bis um 9 am Abend desselben Tages musste ich zusagen.“

Und das hat Herr Kaiser gemacht – mit dem Vorhaben, etwas richtig Nettes daraus zu machen, einen Ort, an dem sich alle wohl fühlen. Um neue Kundschaft anzulocken, änderte er das Konzept, bot zum Kaffee selbstgemachte Speisen an, eröffnete den ersten Schanigarten im Viertel und tat vor allem eines: Er setzte auf Persönlichkeit.

„Jedem Gast, der hereinkommt, schüttle ich die Hand. Das war und ist bei uns ganz normal. Mir ist es wichtig, meine Gäste persönlich zu begrüßen.“

Mit seinem Frühstücksbuffet stieg das „Auf a Tratscherl“ zur Floridsdorfer Institution auf:

„Am Samstag hatten wir zwischen 40 und 60 Gäste zum Frühstücken bei uns. Die Leute haben sich um die Sitzplätze gestritten. Es gab verschiedene Sorten Brot, dazu Schinken, Wurst und Kümmelbraten, frische Eier und Gemüse vom Markt.“

Heute geht es ruhiger zu, sowohl am Markt als auch im „Tratscherl“. Frühstück und selbstgemachte Mehlspeisen gibt es in etwas vereinfachter Form immer noch – doch ist das Lokal heute vor allem bei seinen Stammgästen zum fixen Treffpunkt im Viertel geworden.

Mehrmals im Jahr veranstaltet Herr Kaiser kleine Feste für seine Kundschaft: Vom Sommerfest über die Halloween-Party bis hin zum alljährlichen Silvester-Abend, mit dem er seinen Stammgästen eine besondere Freude bereiten möchte.  

Wenn er von früher spricht, so tut er das mit Begeisterung, nicht mit Wehmut. Denn er glaubt, dass mit den richtigen Ideen, viel Engagement und Zusammenhalt hier wieder einiges bewegt werden kann:

„Die eigene Erfahrung ist wichtig; wenn die Kunden weitererzählen, dass es ihnen hier gefällt, dann kommen immer mehr Leute!“

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